Sklaven in Rom
Was es bedeutete, Sklave zu sein
Neben den sogenannten freien Ständen der römischen Gesellschaft (Nobilität, Priester, Ritter,Bauern) gab es den
unfreien Stand, dem Menschen angehörten, die völlig rechtlos waren: die Sklaven
(servi, servae). Die gesamte gesellschaftliche und
wirtschaftliche Ordnung des Altertums beruht in wesentlichen Punkten auf der Sklaverei und
ist ohne sie nicht denkbar.
Sklaven galten nicht als Menschen, sondern als Sachen (res); im
rechtlichen Sinne waren sie der Besitz eines anderen, freien Menschen, über den dieser
nach Belieben verfügen konnte. Der Sklave selbst hatte keine Rechte, sondern unterlag
vollständig den Rechten eines anderen (persona alieni iuris).
Daher wurden Sklaven wie Gegenstände auf den Märkten gehandelt (Preis je nach Qualität
ca. 6ooo bis 15ooo Mark ( = 2oo bis 5oo Denare)).
Wie man Sklave wurde
Es gab insgesamt 4 Möglichkeiten, in die Sklaverei zu geraten:
1. Kriegsgefangenschaft
2. finanzielle Verschuldung: man musste sich selbst verkaufen
3. Sklaverei als Strafe bei bestimmten Verbrechen
4. man war Sohn oder Tochter von Sklaveneltern und damit sogenannter
Haussklave (verna)
Die Arbeit der Sklaven
Die Tätigkeiten der römischen und griechischen Sklaven waren vielfältig. Die meisten
Sklaven mussten auf den Feldern ihrer Herren und Besitzer (domini) in der
Landwirtschaft arbeiten und so die Versorgung der immensen römischen Stadtbevölkerung
auf den Latifundien sicherstellen. Viele Sklaven arbeiteten jedoch auch in den privaten
Haushalten römischer Familien. Dort waren sie entweder Diener, Lehrer und Erzieher der
römischen Kinder (paedagogi) oder sie wurden zu Reinigungs- und
Servicediensten eingesetzt.
Ein weiteres Tätigkeitsfeld war die Arbeit in den Handwerksbetrieben und
Manufakturen. Wer als Sklave eine Ausbildung zum Gladiatoren gemacht hatte, bekam oft die
Möglichkeit, sich später aus dieser lebensgefährlichen Arbeit freizukaufen, weshalb es
nie einen Mangel an Sklaven gab, die sich in den Arenen zur Belustigung der Bevölkerung
gegenseitig die Köpfe einschlugen.
Neben diesen Tätigkeitsfeldern wurden Sklaven auch zur Arbeit in Steinbrüchen,
Bergwerken, Verwaltung und Bibliothek eingesetzt. Manche waren sogar Musiker, Tänzer oder
Arzt.
Man kann also sagen, dass Sklaven je nach Ausbildung in allen Bereichen des römischen
Staates gearbeitet haben und somit auch zur Erhaltung des Gemeinwesens beitrugen, das
ihnen dieses Schicksal aufgebürdet hatte.
Vom Sklaven zum römischen Bürger
Sklaven hatten die Möglichkeit, sich aus der Knechtschaft freizukaufen: entweder hatten
sie genug Geld durch treue Dienste erwirtschaftet, um sich selbst bei ihrem Herren zu
ersteigern, oder ihr dominus liess sie aus Dankbarkeit frei (manumissio).
Der freigelassene Sklave (libertus) hatte jedoch weiterhin eine gewisse
Verpflichtung gegenüber seinem ehemaligen Besitzer, erst seine Kinder konnten römische
Vollbürger werden.
Moralische Bewertung der Sklaverei bei den Römern
Moralische Bedenken gegenüber der Sklaverei kommen erst im 1. Jahrhundert n. Chr. auf.
Der Politiker und Philosoph
Seneca (epistulae morales 47)
fordert als erster einen menschlichen Umgang mit Sklaven, die er aus philosophischen
Gründen als prinzipiell gleichwertige Menschen ansah. Doch auch
Seneca spricht sich
nirgendwo explizit für die Abschaffung des Sklavenstandes aus.
Weitere Informationen
Wer weitere Informationen zum Thema sucht, findet unter
http://www.info-antike.de/sklaven.htm ein Leistungskursreferat mit dem Thema "Sklaven in der römischen Antike".
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