Bacchus
Verwandtschaft
Sohn des
Juppiter und der Semele, der Tochter des
thebanischen Königs Kadmos. Bacchus wird auch Liber genannt, sein
griechischer Name ist Dionysos.
Nach dem Tod der Mutter wurde Bacchus zunächst von den Nymphen von Nysa, dann von Silen,
einem glatzköpfigen kauzigen Greis erzogen. Auf der griechischen Insel Naxos heiratete
Bacchus Ariadne, die Tochter des Königs Minos von Kreta, die von Theseus dort
zurückgelassen wurde, nachdem er mit ihrer Hilfe auf Kreta den Minotaurus - den Sohn des
Minos, der eine Mischung aus Mensch und Stier war - getötet hatte.
Zuständigkeitsbereiche
Bacchus ist der Gott des Weins und der Fruchtbarkeit,
insbesondere in der pflanzlichen und tierischen Welt. Sein Kult im Bereich der Natur und
der Fruchtbarkeit fand seinen Ausdruck in der Anbetung der Naturkräfte und in bis an
Orgien grenzenden Verehrungsriten. Im Gefolge des Bacchus befinden sich die sogenannten Bacchantinnen
und Mänaden ("Rasende"), tierhaft lüsterne Satyrn
und der dem Wein ergebene, stets sturzbetrunkene Greis Silen. Der Gott
selbst erscheint zuweilen in Gestalt eines Bockes, eines Stieres oder eines brüllenden
Löwen.
Bacchuskult
In Rom veranlassten nächtliche Bacchusfeste (bacchanalia), bei denen es
angeblich zu Orgien, sexuellen Ausschweifungen und sogar zu Ritualmorden kam, den Senat zu
rigerosen Maßnahmen. Im Jahr 186 v.Chr. sollen ca. 700 Menschen aufgrund eines
Senatsbeschlusses (senatus consultum de bacchanalibus) z.T. mit dem Tod bestraft worden
sein. Die exzessiven Riten wurden daraufhin als sitten- und staatsgefährdend verboten.
Theater
Bacchus ist auch der Gott des Theaters. Diese Schutzfunktion fiel ihm zu,
da sich in Athen aus den heiteren Umzügen und Wechselgesängen, mit denen die großen
Feste des Gottes begangen wurden, Komödie und Tragödie entwickelt hatten.
Attribute
Weinlaub, Reben, Thyrsosstab (Stab mit Pinienzapfen an der Spitze, umkränzt von Efeu oder Weinlaub)
Darstellung
als schöner Jüngling oder älterer bärtiger MannBerühmte Kultstätte
in Athen am Dionysos-Theater, PergamonSurftipp zur Darstellung in der Kunst
Dionysos-Mosaik im
Römisch-Germanischen
Museum in Köln.
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